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Der Schauspieler mit der laufenden Nase

Betroffene erzählen

Ich muss ungefähr 16 gewesen sein, als sich meine Allergie zum ersten Mal lautstark bemerkbar machte. Die Symptome - ständiges Niesen, juckende, manchmal leicht gerötete Augen - tauchten als erstes auf. Also suchte ich einen Arzt auf und lies mich testen. Ergebnis: Gräser und Buche. Toll.

Christian Gleutgeb (25), Schauspieler und Pollenallergiker

Ich muss ganz ehrlich sagen: Am Anfang war mir meine Allergie eigentlich relativ gleichgültig. Ich habe sie quasi ignoriert. Man ist halt jung und weiß es nicht besser. Die Symptome waren halt nicht sonderlich stark und auch nicht weiter einschränkend für mich. Das änderte sich im Laufe der Jahre. Je nachdem ob es gerade stärker oder schwächer war, ärgerte sie mich immer mehr. Nicht Betroffenen können sich teilweise nicht vorstellen, wie nervig (und anstrengend) es sein kann, wenn beim Spazierengehen STÄNDIG die Nase rinnt.

Richtig ärgerlich wurde es dann so mit 20 Jahren. Mir fallen dazu zwei Geschichten ein:
Zum einen beim Sommertheater, bei dem ich endlich eine große Rolle ergattert hatte. Ich erinnere mich an den Stress in der Probezeit und wie er sich auf meine Allergie auswirkte. Zum anderen als ich merkte, dass Rasenmähen für einen Allergiker vielleicht nicht die beste Idee ist. Überhaupt nicht. Aber fangen wir beim Sommertheater an.
 

Juni 2018: Ein herrlicher Sommer

Es war gerade die Endprobenzeit für die Nestroyspiele in Schwechat. Ich hatte damals tatsächlich eine der Hauptrollen bekommen. Großartig. Dementsprechend machte ich mir auch selber viel Druck. Was noch dazu kam: Gleichzeitig hatte ich Diplomprüfung von meiner Schauspielschule, spielte noch in einem Kabarett im Rahmen der Nestroyspiele und arbeitete nebenbei als Kellner in einer Bar - wenn ich dafür überhaupt noch Zeit hatte. Alles in Allem kann man also sagen, dass die Zeit sehr stressig für mich war. Ich merkte bald, dass meine Allergie dieses Jahr besonders stark zuschlug. Zuerst verlief alles wie immer. Es wurde warm und meine Nase begann „zu laufen“. Als die Pollenbelastung dann zurückging, wollte es aber bei mir aber nicht aufhören. Ich merkte, dass ich deutlich mehr als sonst betroffen war.

Ich hatte ein Kratzen im Hals und das Gefühl das meine Stimme ständig belegt war. Meine Niesanfälle waren intensiver und ich brauchte deutlich mehr Taschentücher als sonst. Das  war vor allem bei den Proben auf der Bühne schrecklich irritierend. Ich musste nach gefühlt jeder Szene ein Taschentuch holen und mich schnäuzen. Meine Gedanken begannen zu rollen: Was wäre, wenn ich ernsthaft erkranken würde?

Die Vorstellung, dass ich bei einer Aufführung mitten im Stück, oder während meiner Abschlussprüfung, meine Stimme verlieren würde, spukte ständig in meinem Kopf herum. Es wollte und wollte aber nicht besser werden, bis dann der Tag der Diplomprüfung kam. Die Symptome waren gleich schlimm wie die letzten Tage und dann - einen Tag darauf - zack - es ging mir deutlich besser. Alle Symptome hatten sich vermindert und die nächsten Tag sollten sie tatsächlich ganz verschwinden. Das kann natürlich Zufall gewesen sein. Ich glaube das aber nicht. Kaum war der Stress der Prüfung vorüber konnte ich im wahrsten Sinne des Wortes wieder durchatmen und ich vermute stark das dies einfach ein psychosomatischer Ausdruck meines Körpers auf den Druck war.
 

Mein Feind der Rasenmäher

Die zweite Geschichte dreht sich darum, dass mein Vater mich bat, den Rasen zu mähen. Natürlich sagt ich ja. Das war ein Fehler. Ich warf also den Motor an und arbeitete mich Stück für Stück vor. Meine Symptome waren zuerst so, wie ich sie gewohnt war, von Zuhause auf dem Land (meine Eltern wohnen in einem Dorf im Mühlviertel). Nach einiger Zeit, ich vermute, dass ich mit der Hälfte des Rasens fertig war, bemerkte ich, dass meine Nase - und vor allem meine Augen - immer empfindlicher reagierten. Meine Nase wollte nicht aufhören „zu laufen“ und sogar meine Augen begannen zu tränen, was sie sonst nie machen. Ich kam mit dem Schnäuzen nicht mehr nach. Irgendwann waren meine Taschentücher aus und ich schob den Rasenmäher mit tränenden Augen und „laufender Nase“ vor mir her.

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Irgendwie schaffte ich es meine erste Runde zu beenden. Der Rasen war so hoch, dass ich den Mäher noch einmal tiefer hätte stellen und noch eine Runde drehen müssen. Das konnte ich halt beim besten Willen nicht über mich bringen. Mein Körper war fertig von der Anstrengung aus der Kombination von Allergie und Rasenmähen. Ich wollte nur mehr ins Haus, meine Antihistamintabletten nehmen und schlafen.

Ob sie wirklich halfen, kann ich nicht wirklich sagen. Jedenfalls hatte ich eine der unruhigsten Nächte meines Lebens. Und dabei musste ich am nächsten Tag wieder nach Wien um zu arbeiten. Am nächsten Morgen fühlte ich mich gerädert und hatte das Gefühl krank zu sein. Im Zug nach Wien merkte ich, dass ich auch echtes Fieber hatte. Ich meldete mich also krank und legte mich wieder schlafen. Ich habe keine Ahnung, ob das mit meinem allergischen Anfall irgendwie in Zusammenhang stand. Allerdings ist es schon ein bemerkenswerter Zufall, dass sich direkt nach meiner allergischen Reaktion auch noch Fieber bekam. Zum ersten mal seit über sechs Jahren. Mein Körper hatte sich erst nach einigen Tagen wieder erholt.
 

Mein Alltag

Ich muss gestehen, unternehme nicht viel gegen meine Allergie. Einmal versuchte ist es mit einer Akupressurtherapie und hatte das Gefühl, dass das auch wirklich was bringt. Ansonsten nehme ich nur hin und wieder Tabletten gegen Heuschnupfen, wenn ich merke, dass es ein Tag ist der besonders stark sein wird und ich noch entweder in die Arbeit oder zu einer Probe muss. Letztes Jahr war das erste Mal das ich mir Tabletten gekauft habe, die 15 Euro pro Packung kosten. Von dieser Schachtel hatte ich sogar noch ein paar für dieses Jahr.

Ich glaube, dass immer mehr ein Bewusstsein für Allergien und Unverträglichkeiten hergestellt wird. Gleichzeitig sollten die Menschen besser informiert werden, beziehungsweise sich besser informieren, wie manche Allergien entstehen. Es ist ja kein Zufall, wieso Allergien immer häufiger werden. Die Luftverschmutzung greift da schon ordentlich ein.

Ansonsten kann ich gut damit umgehen, da das Schlimmste an meiner Allergie „nur“ ein Schnupfen ist. Obwohl der natürlich ziemlich nervt. Das Einzige was mir ernsthaft zu Denken gibt - und wo ich auch vermutlich eine Allergietherapie einmal machen werde - ist, dass eine Pollenallergie auf Dauer zu einem Asthma führen kann und ich das wirklich gerne verhindern würde.

Mein Leben wird heute nicht sonderlich stark davon belastet. Obwohl ich schon merke, dass, wenn ich beispielsweise bei einem Sommertheater mitspiele, ich gereizter auf meine Allergie reagiere. Das liegt vermutlich am Stress, den ich mir selber mache. Und das mein Körper in dieser Zeit allgemein sehr belastet wird. In der Zeit habe ich meistens knallrote Augen beim Aufstehen. Kaum ist der Stress vorbei, hört das wieder auf. Das kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass dann der Sommer vorbei ist.


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