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Zehn Mythen über Heuschnupfen auf den Zahn gefühlt

Pollenallergie

Kann ich bei einem Heuschnupfenanfall gefahrlos Auto fahren? Schützen geschlossene Fenster vor Pollen? Wir haben den sieben gängigsten Mythen über Heuschnupfen auf den Zahn gefühlt.

Halbwissen ist oft gefährlicher als Nichtwissen. Obwohl die Pollenallergie mittlerweile zur Volkskrankheit geworden ist, tummeln sich weiter einige Fehlinformationen oder rund um den Heuschnupfen.
Wir haben einige der häufigsten Aussagen über Allergien auf ihre Richtigkeit  überprüft und für Sie aufgezählt:
 

„Die Fahrtüchtigkeit wird nicht beeinträchtigt.“

Das ist leider falsch. Auch wenn die Beschwerden als mild empfunden werden, kann Heuschnupfen durch eine plötzlich auftretende Müdigkeit (siehe Symptome) die Konzentration und Fahrtüchtigkeit deutlich beeinträchtigen. Was auch nicht vergessen werden sollte: Bei jedem Nieser löst sich ein Reflex aus, der die Augen kurz und automatisch schließen lässt. Im schlimmsten Fall kann es auch passieren, dass ruckartig am Lenkrad gerissen wird. Generell ist besondere Vorsicht geraten, wenn man während einer allergischen Reaktion am Lenkrad ist. Etwa 60 Prozent der Menschen mit Heuschnupfen werden bei einem akuten „Anfall“ als nicht fahrtüchtig eingestuft.Achtung: Anti-Allergie Medikamente helfen hier nicht, sondern (Antihistaminika) können im Gegenteil zu einer zusätzlichen Müdigkeit führen.

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„Am Abend nimmt die Pollenbelastung ab.“

Entgegen der vorherrschenden Meinung ist die Pollenbelastung am Abend nicht zwingend geringer als unter tags. An einem heißen Sommertag ist die Belastung so hoch, dass es keine Tageszeit gibt, wo keine Pollen unterwegs sind. Allerdings empfiehlt es sich tatsächlich vor allem Abends durchzulüften. Die meisten Allergene liegen zu diesem Zeitpunkt schon am Boden und sind weniger gefährdet in die Wohnung gezogen zu werden. Man sollte aber beachten, dass beim Spazieren im Freien die Pollen von einem selbst wieder aufgewirbelt und in weiterer Folge eingeatmet werden können. 
 

„In den Bergen fliegen keine Pollen.“

Stimmt. Am Berg kann man wirklich „durchatmen.“ Ab einer Höhe von 1.800 Meter gibt es dann wirklich keine Pollen mehr in der Luft – auch zur Hauptblütezeit von März bis Oktober. Und schon auf 1.500 Meter ist die Pollenbelastung signifikant niedriger als im Flachland. Dazu kommt die frische unverschmutzte Luft in den Bergen, die nicht nur Allergiker befreit aufatmen lässt. Die Symptome von Atemwegsbeschwerden sind in den Bergen deutlich gemindert und viele Menschen, die in Städten unter Sauerstoffmangel leiden und rasch außer Atem sind, sind überrascht, welche körperlichen Aktivitäten sie in den Bergen problemlos meistern. Auch in Küstenregionen und am Meer ist ein Pollenallergiker bestens aufgehoben und kann sich eine Pollen- „Auszeit“ gönnen.

„Geschlossene Fenster schützen vor Pollen.“

Nicht wirklich, nein. Was stimmt: Bei geschlossenen Fenstern fällt die Belastung durch Pollen rasant, da diese zu Boden sinken. Allerdings sollte man hier nicht einer Milchmädchenrechnung auf den Leim gehen. Sobald irgendwann wieder ein Luftzug durch das Haus bläst, werden die Pollen erneut aufgewirbelt und verteilen sich im Raum. Für viele Betroffene wird der Frühjahresputz damit zu einer anhaltenden Tätigkeit. Oft macht sich schon bei kleinsten Staubablagerungen eine Steigerung der allergischen Reaktion bemerkbar. 

Für Eigenheimbesitzer mit starker Allergie empfiehlt sich, eine Lüftungsanlage mit geregelter Frischluftzufuhr und integriertem Pollenfilter zu installieren. So sind Sie jederzeit mit frischer Luft versorgt, ohne in der Blütenzeit leiden zu müssen. Es geht auch simpler: Bei geschlossenen Fenstern fällt die Belastung durch Pollen rasant, da diese zu Boden sinken. Nicht aufwirbeln! Auch in Autos lassen sich übrigens leicht Pollenfilter einbauen, manche Modelle bieten diese sogar in Serie.

„Der Klimawandel führt zu einer Erhöhung der Pollenkonzentration.“

 Das ist kein Mythos, denn diese Aussage ist richtig. Es ist mittlerweile bewiesen, dass aufgrund des wärmer werdenden Klimas die Pflanzen früher blühen und mehr Pollen in die Luft geraten. Zusätzlich verstärken Pollen von Pflanzen, die früher nicht in Österreich heimisch waren, die Belastung. Ein Beispiel dafür ist die aus Amerika eingewanderte Pflanze Ambrosia, deren Allergen als äußerst aggressiv eingestuft wird.
 

„Wer als Kind keinen Heuschnupfen hat, bekommt ihn nie.“

Stimmt nicht. Aktuell sind zwar die meisten neuen Heuschnupfenpatienten Schulkinder und Jugendliche. Allergien entwickeln sich aber immer im Laufe unseres Lebens. Niemand wird damit geboren. Eine Pollenallergie kann praktisch vom Kleinkind bis zum Pensionisten jeden treffen.  Die neuesten Daten zeigen außerdem, dass immer mehr Ältere daran erkanken. Selbst im Alter von über 50 Jahren bekommen erwachsene Männer und Frauen plötzlich allergischer Rhinitis.

Das Robert Koch-Institut gibt an, dass etwa 15 Prozent der erwachsenen Deutschen unter Heuschnupfen leiden. Anderen Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Deutschen über 65 Jahre von allergischen Reaktionen auf Hausstaubmilbe oder Blütenpollen betroffen. Die schlechte Nachricht: Wer einmal eine Allergie entwickelt hat, behält sie. Allerdings schwankt die Stärke der Symptome wie Niesen, Nasenjucken und gerötete Augen im Lauf des Lebens und kann auch wieder schwächer werden.

„Abgase und Zigarettenrauch machen die Allergie schlimmer.“

Stimmt, Schadstoffe in der Luft reizen die ohnehin schon angeschlagenen Atemwege. Das führt zu einer Verstärkung der Pollenallergie.
 

„Die Verbreitung von Heuschnupfen hängt mit der Umweltverschmutzung zusammen.“

 Eigentlich auch kein Mythos, denn: Grundsätzlich, ja. Zwar kann man das nicht ganz so pauschal sagen, es ist aber ein Fakt, dass die Pollenallergie lange ein beinahe ausschließliches Phänomen westlicher Länder war.(siehe Umwelt) Erst in den späten 80er oder frühen 90er Jahren hat sie sich auch in den wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern der Welt mit einer geringeren Industrie – und damit weniger CO2 Emissionen –  ausgebreitet. Dort ist sie zur Zeit stark im Steigen begriffen, während die Häufigkeit in westlichen Ländern auf hohem Niveau zu stagnieren beginnt. Es wird davon ausgegangen, dass das mit Umweltschutzmaßnahmen der Industrie zusammenhängt. Auch die bessere Aufklärung der Menschen gegenüber Umweltbelastungen und wie man dadurch entstehende Allergien vorbeugt, spielt eine immer großer werdende Rolle.
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Regen lindert die Allergie

Wenn es regnet haben Allergiker tatsächlich oft Grund zum buchstäblichen Aufatmen. Denn: Pollen werden vom Wind aufgewirbelt. Dadurch bleiben nach einem Regenschauer die Pollen erstmal am Boden kleben und ihre Konzentration in der Luft nimmt ab. Dieser Effekt verflüchtigt sich aber sehr schnell wieder. Allerdings gibt es auch wie meistens hier eine Ausnahme: Bei einigen Menschen sind Schnupfen und Atemnot bei Regen nämlich ganz besonders schlimm. 

Dieses Phänomen hat einen Namen: Gewitter-Asthma. Im Rahmen eines Gewitters erhöht sich im Sommer die Gräserpollenkonzentration in der Luft. Wenn es dann zu regnen anfängt, werde ein Großteil der Pollen zwar aus der Luft gespült, auf der anderen Seite bringe der Regen einen Teil der Pollen zum Platzen und setze damit feine Allergene frei. Und die sind dann sehr klein. Gräserpollen sind etwas 14 bis 20 Mikrometer groß und können problemlos gefiltert werden. Die freien Allergene aus den aufgeplatzten Pollen sind aber so klein, dass sie in die Lunge gelangen und so starkes Asthma auslösen können, dass man im schlimmsten Fall sogar an akuter Atemnot sterben kann.

Im Winter gibt es keine Pollen

Stimmt (leider) nicht mehr. Der Klimawandel sorgt auch dafür, dass die Pollenflugzeit länger dauert und früher wiederbeginnt. Im November fliegen die letzten Gräser- und Brennesselpollen und im Dezember fliegen schon die ersten Haselnusspollen. Und in Zukunft könnte die Belastung im Winter noch größer werden, da sich immer mehr neue Pflanzen bei uns "ansiedeln". Besonderes Aufsehen erregte eine  vom Schweizer Arzt Markus Gassner lancierte Studie.  Sie weist nach, dass die nicht heimische Purpurerle seit drei Jahren bereits an Weihnachten blüht, was gerade bei Kindern nachweisbar zu Immunreaktionen führt. 
 

In der Stadt leiden Allergiker weniger

Nein. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass Stadtmenschen häufiger von einer Pollenallergie betroffen sind als Menschen vom Land. Einige Wissenschaftler machen dafür die Feinstaubbelastung verantwortlich, die die Nasenschleimhäute generell empfindlicher machen.

Umgekehrt treten die stärkeren allergischen Reaktionen aber zumeist auf dem Land auf. Hier schwirren viel mehr Pollen durch die Luft als in der Stadt. Zudem sind hier oft viele verschiedene Pollenarten unterwegs. Trotzdem solltest die Pollenbelastung in der Stadt nicht unterschätzen werden. Hier bilden einige Pflanzenarten offenbar mehr Pollen als auf dem Land. Wissenschaftler führen das auf feinstaubbedingte Mutation zurück.

 

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Mythen Fakten Pollen

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